01Was das ist
Eine Anwendung braucht Rechner, die immer laufen und aus dem Internet erreichbar sind: Server. Hosting heißt, eine Anwendung auf solchen Servern zu betreiben und verfügbar zu halten.
Kaum ein Unternehmen betreibt noch eigene Server. Anbieter vermieten Rechenleistung, Speicher und Datenbanken aus großen Rechenzentren und rechnen ab, was genutzt wird. Das ist mit Cloud gemeint: fremde Rechner, gemietet nach Stunde oder nach Anfrage, die mit dem Bedarf wachsen oder schrumpfen.
02Die Ebenen des Hostings
Cloud-Anbieter bieten ihre Dienste auf verschiedenen Ebenen an. Je höher die Ebene, desto weniger muss ein Team selbst betreuen.
- Virtuelle Maschinen: ein gemieteter Server, auf dem ein Team alles selbst installiert und pflegt, vom Betriebssystem an. Flexibel und am aufwendigsten.
- Verwaltete Dienste: Der Anbieter betreibt einen Teil des Systems, etwa eine Datenbank, und kümmert sich um Updates, Backups und Ausfallsicherheit. Das Team nutzt ihn nur.
- Plattformen: Das Team übergibt seinen Code, und die Plattform baut, betreibt und skaliert ihn. So arbeitet Vercel für Next.js-Anwendungen.
- Software as a Service: ein fertiges Produkt, gemietet pro Nutzer, etwa Microsoft 365 oder ein CRM. Der Kunde hostet gar nichts selbst.
03Was eine Anwendung typischerweise nutzt
Eine Geschäftsanwendung läuft selten auf einem einzigen Dienst. Ein übliches Setup hat einige Bausteine, oft von verschiedenen Anbietern.
- Anwendungs-Hosting: führt die Seiten und den Servercode aus.
- Datenbank: speichert die Datensätze, mit automatischen Backups.
- Dateispeicher: nimmt Uploads wie PDFs und Bilder auf.
- E-Mail-Versand: verschickt Anmeldelinks und Benachrichtigungen.
- Geplante Aufgaben: Abläufe zu festen Zeiten, etwa ein nächtlicher Datenimport.
- KI-Modelle, wo die Anwendung sie nutzt: aufgerufen über die Schnittstelle des Anbieters und pro Nutzung abgerechnet.
04Wo die Daten liegen und welches Recht gilt
Bei jedem Cloud-Anbieter wählen Sie eine Region, also den Standort des Rechenzentrums, in dem die Daten liegen. Für personenbezogene Daten unter der DSGVO ist eine Region in der EU der einfachste Weg, weil sie Übermittlungen in Drittländer vermeidet, die zusätzliche rechtliche Absicherung brauchen.
Auch das Heimatland des Anbieters spielt eine Rolle. Die großen Anbieter sind US-Unternehmen, und US-Recht kann sie in bestimmten Fällen zur Herausgabe von Daten verpflichten, auch wenn diese in Frankfurt liegen. In der Praxis wird das über Auftragsverarbeitungsverträge, die Standardvertragsklauseln der EU und das EU-US Data Privacy Framework abgesichert. Unternehmen mit sehr strengen Vorgaben wählen europäische Anbieter, die ein kleineres Angebot haben.
Jeder Anbieter, der in Ihrem Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet, braucht einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Die großen Anbieter haben ihn in ihren Bedingungen enthalten.
05Wem das Konto gehört
Eine oft übersehene Frage ist, auf wessen Namen das Hosting-Konto läuft. Wer das Konto hält, verfügt über die Daten, die Zugänge und die Rechnungen. Hostet eine Agentur die Anwendung eines Kunden im eigenen Konto, hängt der Kunde bei jeder Änderung von ihr ab, und eine spätere Übergabe bedeutet einen Umzug der Daten.
Konten auf den Namen des Kunden vermeiden das. Der Kunde lädt die Entwickler ein, kann sie jederzeit entfernen und sieht jede Rechnung direkt.
06Was es kostet
Cloud-Dienste werden nach Verbrauch abgerechnet: Rechenzeit, gespeicherte Daten, übertragene Daten, Zahl der Anfragen. Die meisten Plattformen haben eine feste monatliche Grundgebühr pro Team und darauf den Verbrauch. Bei einer internen Anwendung mit einigen Dutzend Nutzern sind die monatlichen Kosten meist überschaubar. Eine öffentliche Anwendung mit viel Verkehr, großen Dateien oder vielen KI-Aufrufen kostet mehr.
Kosten können unerwartet steigen, etwa wenn eine geplante Aufgabe öfter läuft als gedacht. Budgets und Kostenwarnungen, die jeder große Anbieter anbietet, fangen das früh ab.
07Wie wir es machen
Wir hosten in der EU, meist in Frankfurt. Anwendungen laufen bei Vercel, Datenbanken bei Neon, beides in Frankfurt. Wo ein Kunde ohnehin mit Microsoft arbeitet, nutzen wir Microsoft Azure, mit Speicherung in der Region Germany West Central. KI-Modelle laufen über Amazon Bedrock in Frankfurt oder über Microsoft Azure in der EU.
Die Konten legen wir von Anfang an auf den Namen des Kunden an oder übertragen sie bei der Übergabe. Ab dann bezahlt der Kunde die Anbieter direkt und entscheidet, wer Zugriff hat. Unsere eigenen Zugänge schalten wir ab, sobald wir sie nicht mehr brauchen.
Häufige Fragen
Sind Daten in Frankfurt sicher, wenn der Anbieter ein US-Unternehmen ist?
Das Rechenzentrum steht in Deutschland, und die DSGVO gilt. Ein US-Anbieter kann trotzdem US-Recht unterliegen. Für die meisten Unternehmen genügen ein Auftragsverarbeitungsvertrag und das EU-US Data Privacy Framework. Sind Ihre Vorgaben strenger, schauen wir uns gemeinsam europäische Anbieter an.
Wer bezahlt die Hosting-Rechnungen?
Sie, direkt beim Anbieter, in Ihrem eigenen Konto. So sehen Sie jeden Kostenpunkt, und es gibt keinen Aufschlag dazwischen.
Was passiert, wenn der Anbieter einen Ausfall hat?
Große Anbieter betreiben mehrere Rechenzentren pro Region und fangen die meisten Störungen selbst ab. Datenbanken werden automatisch gesichert. Ein Komplettausfall einer Region ist selten und würde viele Unternehmen gleichzeitig treffen.
Können wir später zu einem anderen Anbieter wechseln?
Ja. Code und Daten gehören Ihnen. Unsere Anwendungen nutzen verbreitete Technik, Next.js und Postgres, die viele Anbieter unterstützen. Ein Umzug ist ein Projekt von Tagen oder Wochen.
Brauchen wir einen eigenen Server?
Meist nicht. Gemietete Cloud-Dienste sind für die meisten Unternehmen günstiger und zuverlässiger als ein Server im eigenen Büro, und um Hardware, Strom und Sicherheitsupdates kümmert sich jemand anderes.