01Was das ist
Eine Webanwendung öffnen Sie im Browser, unter einer Adresse wie eine Website. Der Unterschied liegt darin, was Sie dort tun. Auf einer Website lesen Sie meistens. In einer Webanwendung arbeiten Sie: Sie melden sich an, geben Daten ein, suchen, geben frei, laden Dateien hoch und exportieren Berichte.
Onlinebanking, ein CRM, ein Ticketsystem, ein Buchungstool und ein Kundenportal sind Webanwendungen. Ebenso viele Werkzeuge, die sich Unternehmen selbst bauen lassen, etwa eine Auftragsübersicht für das Lager oder ein Dashboard, das Zahlen aus drei verschiedenen Systemen zusammenführt.
02Wie sie funktioniert
Eine Webanwendung besteht aus drei Teilen, die zusammenarbeiten.
- Die Ansichten im Browser. Sie zeigen Tabellen, Formulare und Diagramme und reagieren auf Klicks und Eingaben. Eigene Daten halten sie nur für das, was gerade angezeigt wird.
- Der Server. Er nimmt jede Anfrage aus dem Browser entgegen, prüft, wer fragt und ob diese Person das sehen oder ändern darf, wendet die Geschäftsregeln an und entscheidet, was zurückgeht.
- Die Datenbank. Sie speichert alle Datensätze dauerhaft: Kunden, Aufträge, Rechnungen, Kommentare und wer wann was geändert hat.
03Was bei einem Klick passiert
Angenommen, eine Kollegin aus dem Vertrieb öffnet einen Kunden und ändert die Telefonnummer. Der Browser schickt die neue Nummer an den Server. Der Server prüft, ob die Kollegin angemeldet ist und Kunden bearbeiten darf, prüft, ob die Nummer plausibel ist, und schreibt sie in die Datenbank. Dann schickt er eine Bestätigung zurück, und die Ansicht zeigt die neue Nummer.
Ein zweiter Kollege, der denselben Kunden geöffnet hat, sieht die Änderung beim nächsten Aktualisieren der Seite, oder sofort, wenn die Anwendung live aktualisiert. Niemand musste eine Datei verschicken oder zwei Versionen zusammenführen.
04Ein typisches Beispiel
Viele Unternehmen beginnen mit einer Tabelle, die über die Jahre wächst: eine Liste der Projekte, ein Reiter pro Kunde, Farbcodes, die nur eine Person versteht, und eine Kopie auf jedem Laptop. Eine Webanwendung übernimmt dieselbe Aufgabe mit klaren Regeln.
- Jeder Datensatz existiert einmal, und alle sehen den aktuellen Stand.
- Jede Person meldet sich mit einem eigenen Konto an und sieht, was ihre Rolle erlaubt.
- Jede Änderung wird mit Name und Zeitpunkt festgehalten.
- Berechnungen laufen an einer Stelle auf dem Server, sodass alle dasselbe Ergebnis bekommen.
- Berichte und Exporte kommen aus denselben Daten, als Excel oder PDF, wenn jemand sie braucht.
05Im Vergleich mit anderer Software
Desktop-Software wird auf jedem Rechner installiert. Sie kann ohne Internetverbindung arbeiten und die volle Leistung des Rechners nutzen, was bei Videoschnitt oder CAD zählt. Jedes Update muss auf jeden Rechner, und die Daten liegen oft auf einem Gerät oder einem Netzlaufwerk.
Native Apps für Smartphones werden aus einem App Store installiert. Sie können die Kamera und Push-Benachrichtigungen nutzen und gut offline arbeiten. Sie müssen getrennt für iPhone und Android gebaut werden, und jedes Update durchläuft die Prüfung der Stores.
Fertige Cloud-Software, etwa ein Standard-CRM, ist ebenfalls eine Webanwendung, nur eine, die jemand anderes für viele Kunden baut. Der Einstieg geht schnell, und es fällt eine monatliche Gebühr pro Nutzer an. Sie passt gut, solange Ihr Ablauf dem entspricht, was das Produkt vorsieht. Eine eigene Webanwendung lohnt sich, wenn Ihr Ablauf das ist, was Sie von anderen unterscheidet, oder wenn Sie sonst mehrere Werkzeuge bezahlen und von Hand verbinden würden.
06Worauf Sie achten sollten
Die meisten Fragen, die man vor dem Bau einer Webanwendung stellen sollte, betreffen Eigentum und Betrieb, weniger die Technik.
- Wem Code, Datenbank und Hosting-Konto gehören, wenn das Projekt abgeschlossen ist.
- Wo die Server stehen und ob personenbezogene Daten in der EU bleiben.
- Wie sich Personen anmelden und wie der Zugang endet, wenn jemand das Unternehmen verlässt.
- Wie die Daten gesichert werden und wie schnell sie sich wiederherstellen lassen.
- Was der Betrieb monatlich kostet, getrennt von dem, was der Bau kostet.
- Ob ein anderer Entwickler den Code bei Bedarf übernehmen könnte.
07Wie wir sie bauen
Unsere Webanwendungen schreiben wir in TypeScript mit React und Next.js. Die Daten liegen in Postgres, die Server stehen in Frankfurt, meist bei Vercel und Neon. Jede Person, die Zugriff braucht, bekommt einen eigenen Login, und was sie sieht, hängt von ihrer Rolle ab.
Wir hosten in Konten, die dem Kunden gehören. Bei der Übergabe besitzt der Kunde also bereits Code, Datenbank und Hosting und bezahlt die Anbieter direkt. Jede Änderung am Code läuft über einen Pull Request auf GitHub und durch automatische Tests, bevor sie die laufende Anwendung erreicht.
Häufige Fragen
Funktioniert eine Webanwendung auf dem Handy?
Ja. Dieselbe Anwendung passt ihr Layout an die Bildschirmgröße an. Für die Arbeit unterwegs, etwa einen Status prüfen oder etwas freigeben, reicht das meistens. Eine eigene App aus dem App Store braucht es nur für Dinge wie Offline-Nutzung oder tiefen Zugriff auf die Hardware des Telefons.
Funktioniert sie ohne Internetverbindung?
In der Regel nicht, weil die Daten auf dem Server liegen. Teile einer Anwendung lassen sich so bauen, dass sie offline arbeiten und später abgleichen. Das kostet zusätzlichen Aufwand und lohnt sich nur, wenn regelmäßig ohne Verbindung gearbeitet wird.
Ist eine Webanwendung unsicherer als Software, die im Büro installiert ist?
Nicht an sich. Die Sicherheit hängt davon ab, wie sie gebaut und betrieben wird: verschlüsselte Verbindungen, ordentliche Anmeldung, Berechtigungen, die der Server bei jeder Anfrage prüft, Updates und Backups. Eine gut betriebene Webanwendung in einem professionellen Rechenzentrum ist oft besser geschützt als ein Server im Abstellraum.
Was kostet der Betrieb?
Für ein kleines Team kosten Hosting und Datenbank oft zwischen nichts und einigen Dutzend Euro im Monat. Die Kosten wachsen mit der Zahl der Nutzer, der Datenmenge und bezahlten Diensten wie KI-Modellen. Eine Schätzung der laufenden Kosten bekommen Sie von uns vor Projektbeginn.
Lässt sie sich mit unseren bestehenden Werkzeugen verbinden?
In den meisten Fällen ja, sofern diese Werkzeuge eine API anbieten. Buchhaltung, Bank, E-Mail, Chat und Dateiablagen tun das in der Regel. Wie das funktioniert, erklärt unser Artikel zu APIs.